Candid’s brain

Kaugummiverbot

Irgendwann wurde uns einmal in der Schulkonferenz mitgeteilt, dass der Hausmeister ständig Kaugummis unter den Tischen entdeckte, was eine Menge unnötiger Arbeit verursachte. Es wurde diskutiert, wie man dieses Problem eindämmen könne. Es wurde mehrheitlich beschlossen, das Kaugummikauen in der Schule zu gänzlich zu verbieten, quasi als Steigerung der Tatsache, dass die meisten Lehrer das von sich aus schon taten.

In einer späteren Sitzung ging es darum, ob dieses Verbot in die Hausordnung aufgenommen werden sollte. Allerdings hatte niemand Informationen darüber, ob das Kaugummiverbot eine Besserung bezüglich des Müllproblems eingebracht hatte. Trotzdem wurde mehrheitlich beschlossen, das Verbot in die Hausordnung aufzunehmen.

Diesen Beschluss halte ich heute für völlig inakzeptabel. Hier wurde die Freiheit der Schüler eingeschränkt, ohne dass ein Nutzen nachgewiesen war. (Die Freiheit, Kaugummi zu kauen, halte ich nebenbei in der Schule, wo man meist ohne gefrühstückt und ausgeschlafen zu haben erst nach zwei oder drei Stunden zum Essen kommt, aus mundgeruchstechnischen Gründen für sehr wichtig.) Würde ich heute noch in der Schulkonferenz sitzen, würde ich einen Antrag auf Abstimmung darüber stellen, das Kaugummikauen über die Schulordnung explizit zu erlauben, den Lehrern also zu verbieten, die Schüler darin einzuschränken. Denn welchen Grund hat ein Schüler, seinen Kaugummi unter die Bank zu kleben, wenn das Kauen im Unterricht erlaubt ist und keiner dafür ermahnt wird?

Eine solche Entscheidung wäre aber natürlich für eine konservative Regierung, wie sie eine jede Schule hat, untragbar. Schließlich ist es Mode, Schülern und Menschen so viele Dinge zu verbieten, dass man sich bei jedem Unglück aus der Verantwortung ziehen kann, indem man darauf verweist, dass ja ein Gesetz gebrochen wurde.

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